Die Pause zwischen den beiden Kursen nutzten Robert und ich für eine Reise nach Tokyo - in eine der größten Metropolen der Welt. Drei Tage haben wir für einen ersten Kontakt mit dieser "anderen Welt" vorgesehen - und das reichte uns auch erst Mal aus. Tokyo ist einfach riesig. Es erstreckt sich über eine enorm grosse Fläche. Man sieht keinen Anfang und kein Ende. Unglaubliche Menschenmassen sind dort täglich unterwegs (im Ballungsgebiet leben etwa 30 Millionen Menschen). Alles ist hochtechnisiert und perfektioniert.
Natürlich muss man dort auch einiges anstellen, um aufzufallen. Kostüme, in denen in Europa nur zum Karneval herumgelaufen wird, gehören hier fast zur Tagesordnung. Man gibt sich einfach wie man ist - die Anonymität der Großstadt "verzeiht" das.
Das U-Bahnnetz ist perfekt ausgebaut und man kommt an alle interessanten und sehenswerten Punkte mit recht geringem Aufwand. Die Ansagen in den U-Bahnen sind auch in Englisch gehalten. Fast unmöglich, seine Zielstation zu verpassen, wenn man mal in den richtigen Zug eingestiegen ist. Das schwierigste war immer die Tarifwahl, da nicht alle Karten mit englischen Bezeichnungen versehen waren. Ausserdem musste man die Karten wirklich knapp vor dem Gate kaufen, an dem man einsteigt. Tut man das nicht, spielen die Schranken der Gates nicht mehr so mit ... Aber selbst wenn einem so was passiert, ist das Bahnpersonal super hilfsbereit und greift auch sofort ein. Man muss sich nur mal vorstellen, was passiert, wenn wenige Personen das System blockieren würden. Bei der Masse an nachfolgenden Personen würde das alles aus der Bahn werfen. Daher ist genug Personal vorhanden, um das System reibungslos laufen zu lassen.
Wir haben in Tokyo immer sehr gut gegessen. Von japanisch über mexikanisch oder australische Küche. Alles war sehr gut und professionel präsentiert. Man ist in dieser Stadt sehr sicher unterwegs - auch in den zwielichtiger erscheinenden Vierteln des leichten Gewerbes. Dort wurden wir hie und da dezent angesprochen, aber man lies gleich wieder von uns. Nur farbige "Verkäufer" waren sehr hartnäckig und liesen sich schwerer abwimmeln. Wir wollten uns ja nur mal umschauen - gegessen wird daheim. Das erinnerte mich etwas an die "Verkäufer" in Marokko, die sich einem an die Fersen heften und dann nicht mehr locker lassen, bis man im Geschäft des Onkels gelandet ist. Wir gingen nach ersten Erfahrungen solchen Vierteln eher aus dem Weg.
Super beeindruckend war das IT-Vierte Akihabara. Man kann sich die Menge an Computergeschäften und der dort herrschenden Auswahl in den kühnsten Träumen gar nicht vorstellen. Alles da - zum anfassen. Das war schon was tolles. Japan ist ja das Fotoland schlechthin und so wurden die Produkte auch präsentiert. Die Serviceorientiertheit ist gigantisch und funktioniert deswegen auch so gut, da es keiner unverschämt ausnutzt. In Europa würde das so nicht funktionieren.
Sicherheit wird in dieser Stadt gross geschrieben. Man hat uns eh schon gesagt gehabt, dass einem der verlorene Geldbeutel eher noch nachgetragen wird. Das muss sich einer, der in Südfrankreich lebt, erst mal vorstellen. In Japan schliesst keiner sein Auto ab. Die tollsten Fahrräder stehen ohne Schlösser da - und wechseln trotzdem nicht unfreiwillig den Besitzer ! In Frankreich wäre das undenkbar und manch brasilianischer Führer bestätigte uns, dass es in Südamerika noch viel schlimmer sei. Insofern können die Japaner auf diese Kultur - auch wenn sie sicher ihre Ecken und Kanten hat - sehr stolz sein.
Natürlich waren die drei Tage viel zu kurz. Tokyo bietet eine unerschöpfliche Summe an Sehenswürdigkeiten, von denen wir gerade mal eine winzigen Bruchteil sehen konnten. Aber der Trubel dieser Stadt erschöpft auch und wir waren schon irgendwie froh, wieder raus zu kommen.
Natürlich wurden wieder ein paar Fotos geschossen, die in der Galerie besichtigt werden können.